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Kann unterdrückte Meinungsfreiheit durch Blogger gestärkt werden?

Im Jahr 2008 wurde der malaysische Blogger Raja Petra Kamaruddin wegen seinen kritischen Äußerungen über die malaysische Regierung festgenommen. Danach wanderte er schnurstracks für zwei Jahre ins Gefängnis. Und so geht es vielen regimekritischen Bloggern weltweit.

Meinungsfreiheit wird in zahlreichen Staaten der Erde unterdrückt. Da bietet das Internet genau das richtige Sprachrohr um auf Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen. Gerade in Ländern, wo die Medien durch staatliche Hand geführt sind und vielfältige Meinungsäußerung unterdrückt wird, finden sich oft Menschen, die das Internet nutzen um dagegen anzukämpfen. Dazu gehören zum größten Teil Blogger und Bloggerinnen, die ihre Meinungen über die Unterdrückungen in dem jeweiligen Land kundtun. Leider mussten diese freie Meinungsäußerung viele von ihnen bislang mit Einschränkungen oder einer Freiheitsstrafe büßen.

In Malaysia wurde beispielsweise der Regierungskritiker und Blogger Raja Petra Kamaruddin 2008 für zwei Jahre ohne Prozess einfach ins Gefängnis gesteckt. Seine Unterstützer meinen, dass dies eine Form elektronischer Unterdrückung von Personen sei, die ihre Meinung frei im Internet ausdrücken. Doch diese Aktion der malaysischen Regierung hat nur bedingt negative Konsequenzen gehabt. Viele Malaysier fühlen sich in der Unterstützung von Raja Petra Kamaruddin bestärkt und informieren sich weiterhin im Internet. Denn gerade dort erhalten sie mehr Informationen als die staatlichen Medien-Kanäle preis geben. Tabu-Themen wie Korruption und die Abhängigkeit der Justiz werden vor allem durch Blogger angesprochen und diskutiert. Und gerade mit der Ansprache dieser Tabu-Themen finden sie in der Bevölkerung Gehör. Das Internet hat den Bloggern die Möglichkeit gegeben zu berichten – vor allem ihre persönliche Meinung.

Und die internationale Blogosphäre?

Malaysia, China, Kuba, Syrien – in vielen Staaten gibt es unterschiedliche Beispiele für unterdrückte Blogger. In einem sind sie sich jedoch alle einig. Sie vertreten den Glauben, dass sie die Meinungsunterdrückung und auch gesellschaftliche Missstände in den jeweiligen Staaten mit ihren Blogbeiträgen bekämpfen können.

Am 18. Juni wird die Deutschen Welle Blogger auszeichnen, die sich im Kampf gegen die Meinungsunterdrückung in ihrem Land einsetzen. Zur Bekanntmachung der Preise erklärte der iranische Blogger Arash Apadour, dass sich Blogger im Netz immer andere Ausweichmöglichkeiten suchen werden, wenn sie unterdrückt würden, berichtet xdial.de. Im Iran gebe es den Trend, mit Hilfe von Funktionstechniken wie WLAN und Bluetooth staatlich unkontrollierte Schattennetzwerke aufrecht zu erhalten. Auch andere Blogger aus China, Russland und der Ukraine unterstützten seine Meinung. Wenn sie ihre Aktivität schon nicht offline ausführen könnten, müssten sie wenigstens online gegen Meinungsunterdrückung kämpfen.

Die Kluft zwischen real und digital

Problematisch sei in diesem Zusammenhang aber, dass letztendlich doch die reale Welt verändert werden müsse. Wie können Blogger die Kluft zwischen der digitalen und realen Welt überwinden? Auch der Fakt, dass die Bevölkerung eher wenige Zugangsmöglichkeiten zum Internet habe, geschweige denn zu Sozialen Kanälen oder Plattformen, stelle eine noch zu bewältigende Herausforderung dar.

 

(Artikelgrafik: Bloggen-verboten (c) Bloggerszene)

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