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In Südchina protestieren Journalisten

In der ersten Januarwoche 2013 gab es ein Aufbegehren chinesischer Journalisten, das bis heute anhält. Chinesische Redakteure und Medienunternehmen protestieren, berichtet Zeit Online auf seinem China-Blog. Der südchinesische Propagandachef Tuo Then hätte einen regierungskritischen Leitartikel der Wochenzeitung Nanfang Zhoumuo einfach ausgetauscht.

Die chinesischen Journalisten seien nun vor allem darüber erbost, dass Tuo den Artikel trotz Freigabe der Chefredaktion einfach ausgetauscht hätte. Zuletzt hätte der neu gewählte Chef der Kommunistischen Partei Chinas Xi Jinping noch kurz nach seiner Amtsübernahme verkündet, dass der Umgang mit den Medien freier werden soll.

In China stehe die Zensur der Medien an höchster Tagesordnung. Für den üblichen Veröffentlichungsprozesses eines Artikel oder eines anderen medialen Beitrags müsse die vorgegebene Zensur immer beachtet werden. Das heißt für die Redakteure, dass sie Anweisungen bekämen, welche Themen sie bearbeiten dürften und welche nicht. Auch Kommentare bei Onlinebeiträgen seien einer Zensur unterzogen.

Das Thema des Artikels setzte sich mit den anstehenden Herausforderungen Chinas auseinander. Der Autor des Textes hätte darin für mehr Rechtsbewusstsein und persönliche Freiheiten plädiert. Der Leitartikel war in diesem bestimmten Fall bereits fertig redigiert und von der Chefredaktion abgesegnet worden. Gerade aus diesem Grund sei der Verdruss der chinesischen Journalisten riesig. Und die Stimmenanzahl nach Entlassung des Propagandachefs wächst.

Die Angelegenheit schlägt nun im Netz und unter anderen chinesischen Journalisten große Wellen. Viele chinesische Blogger und Journalisten unterstützen das Aufbegehren. Zeit Online schreibt, dass die Redakteure Hilfe von „Millionen von Mirkobloggern aus dem ganzen Land erhalten“. Um ihre Solidarität zu bekunden, hätten viele von Ihnen sogar ihre Profilbilder auf öffentlichen Portalen und Plattformen durch das Logo der betroffenen südchinesischen Zeitung Nanfang Zhoumuo ersetzt. Zudem sei ein öffentlicher Beschwerdebrief aufgesetzt und versendet worden.

Auf der Website der Hongkonger Zeitung South China Morning Post kann das Aufbegehren live verfolgt werden.

 

(Foto: Hong Kong bei Nacht (c) Michael Lemke/pixelio.de)

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