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Studie: Twitter in Deutschland als Nachrichteninstrument weit abgeschlagen

Anscheinend sind die Deutschen bislang am wenigsten auf den Trichter gekommen, Twitter als Nachrichteninstrument intensiv zu nutzen. Das meint jedenfalls FOCUS-Korrespondent Dr. Holger Schmidt.

Kürzlich veröffentlichte Schmidt in der Online-Version des FOCUS einen Artikel über die Nutzung des Nachrichtendienstes Twitter im Journalismus. Twitter werde diesbezüglich vor allem zum Verfolgen des Nachrichtenstroms verwendet.

Während Amerikaner und Spanier Twitter sehr intensiv nutzten, seien die Deutschen eher weit abgeschlagen. Im Mittelfeld liegen Großbritannien und Brasilien. Die Daten dafür erhob Marco Toledo Bastos von der London School of Economics. Er untersuchte die Tweetaktivitäten in den genannten fünf Ländern für zwei Wochen. Insgesamt kamen 2,8 Tweets für den Zeitraum zusammen. Davon verwiesen „35 Prozent auf US-Nachrichtenseiten, 28 Prozent auf spanische, 19 Prozent auf britische, 15 Prozent auf brasilianische und 4 Prozent auf deutsche Sites“, berichtet Schmidt.

Zu den meist verlinkten Zeitungen gehörten die spanische Zeitung El Pais, die New York Times, das Wall Street Journal, der Guardian sowie der Telegraph, El Mundo und die LA Times. Hingegen seien die Online-Ausgaben deutscher Nachrichtenblätter wie die ZEIT, sueddeutsche.de, faz.net, welt.de etc. auf den hinteren Plätzen deplatziert worden. Toledo Bastos untersuchte dafür die Anzahl der Retweets und Verlinkungen. Allerdings habe er nicht die ebenfalls großen Online Nachrichten Magazine wie Spiegel Online, FOCUS Online und Bild.de in die Untersuchung mit einbezogen. Das dürfte allerdings nicht viel an den Ergebnissen ändern, denn lediglich zwei der nicht-untersuchten Tweets in Deutschland führten zu Spiegel Online.

Schmidt kritisiert zudem, dass Toledo Bastos in der Untersuchung die Größe der Sprachräume unberücksichtigt gelassen hat. Die englische und spanische Sprache sind natürlich durchaus weiter verbreitet als die Deutsche. Diesbezüglich steigen natürlich auch die Chancen dieser Länder, mehr Besucher aus dem Ausland anzulocken.

Als Fazit zog Schmidt aus dieser Untersuchung, dass deutsche Nachrichtensites im internationalen Vergleich weniger Chancen hätten als Englisch- und Spanischsprachige und/oder Twitter als Nachrichteninstrument in Deutschland noch nicht so etabliert sei wie in den anderen Ländern. Dafür spricht unter anderem, dass von den circa 200 Millionen Twitter-Nutzer nur zwei Millionen in Deutschland aktiv seien.

 

(Screenshot: Verteilung der Nutzung von Twitter als Nachrichteninstrument (c) London School of Economics/ FOCUS online)

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