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Teil I: „Storytelling“ und die Grundlagen der Heldenreise

„Storytelling“ ist keine Neuheit. Im Gegenteil, die klassische Methode Geschichten zu erzählen ist eigentlich sehr alt. Neu ist aber, dass „Storytelling-Methoden“ nun auch vermehrt im Marketingbereich und in den Online-Medien angewendet werden.

Blickt man zeitlich etwas weiter zurück, erfüllt jedes große literarische oder erfolgreich filmische Werk die Form des „Storytellings“. Bestseller bzw. Blockbuster weisen immer einen Konflikt, Spannungsbogen, einen aktuellen Anfang und ein interessantes Ende auf. Das Star Wars Epos von George Lukas hat beispielsweise bewiesen, dass die klassische Heldenreise ein Grundbestandteil von guten Erzählungen und Mythen ist. Die Heldenreise ist eine Art Zauberformel für spannendes Erzählen. Zahlreiche Dramaturgen und Literaturwissenschaftler haben sich bereits mit dieser Art des Erzählens auseinander gesetzt. Dabei kamen die Meisten zu dem Schluss, dass es zwölf wichtige Stufen bei der Heldenreise gibt:

Die 12 Stufen der klassischen Heldenreise

  1. Die gewohnte Welt: Der Zuschauer lernt den Helden kennen. Dessen gewohnte Welt unterscheidet sich maßgeblich von der Welt, in er/sie bald aufbrechen wird. Diese Welt ist eine Welt des Mangels. Hier ist der Held Außenseiter und wird normalerweise von seinen Kumpanen verspottet.
  2. Der Ruf des Abenteuers: Jemand oder etwas Neues bricht in die gewohnte Welt hinein. Diese Figur wird meist als Herold bezeichnet. Der Herold konfrontiert den Helden mit einer erschreckenden Wahrheit. Er empfängt eine Botschaft, die ihn bald zum Aufbruch aus der gewohnten Welt veranlassen wird.
  3. Die Weigerung: Anfangs hat der Held wenig Grund dem Herold zu vertrauen. Zudem reden die Figuren der gewohnten Welt (Schwellenhüter) dem Helden sein Abenteuer aus. Sie fungieren dadurch als eine Art Indikator für die Gefahren in der neuen Welt.
  4. Begegnung mit dem Mentor: Der Mentor bzw. Herold kennt die Welt des Abenteuers allerdings bereits. So nutzt er seine Erfahrung den Helden bestens auf das Abenteuer vorzubereiten.
  5. Die Überschreitung der ersten Schwelle: Der Held ist nun bereit seine Welt zu verlassen. Häufig wird diese Motivation durch einen traurigen Anlass begünstigt. Rache spielt hier häufig eine große Rolle.
  6. Bewährungsprobe: Der Held lernt die neue Welt und seinen Gegner kennen. Von ihr ist er zunächst überfordert, findet aber auch Verbündete.
  7. Vordringen zur tiefsten Höhle: Der Held bewährt sich zum ersten Mal. Er tritt in die gefährliche Welt ein und begibt sich in seinen ersten Kampf.
  8. Die entscheidende Prüfung: Der Held befindet sich in höchster Lebensgefahr. Doch er überlebt. Die Szene ähnelt einer Wiedergeburt. Es findet eine zentrale Krise des Helden statt – etwas stirbt in ihm/ihr. Doch der Held kann die Gefahr überwinden und lernt dazu.
  9. Die Belohnung: Die Belohnung, die der Held für seine Tat erlangt, kann ein etwas Materielles oder eine Erkenntnis sein.
  10. Der Rückweg: Der Held kann aus dem Reich seines Gegners entkommen und ist fest entschlossen seinen Gegner zu besiegen. Sein altes Ich ist gestorben. Er/sie besitzt nun den Schlüssel zum Sieg.
  11. Die Auferstehung: Der Held kehrt mit neuem Wissen und Erkenntnis zurück zur Gefahrenstelle. Sein/Ihr Gegner kann nichts mehr gegen ihn/sie ausrichten.
  12. Die triumphale Rückkehr in die Heimat: Der Held kehrt von seinem/ihrem Abenteuer zurück. Die Belohnung des Abenteuers erfolgt als Feier, einem materiellem Gewinn, aber mehr noch als individuelle Erkenntnis.

Warum funktioniert die Heldenreise als „Storytelling-Methode“ so gut?

Die Reinform der Heldenreise hat sich in zahlreichen Geschichten, Filmen und Büchern als erfolgreich bewiesen. Die lineare Handlung, der Spannungsbogen, die einfache Kategorisierung von Gut und Böse entwerfen für den Zuschauer eine schablonenhafte Geschichte, die bislang positiv und gespannt angenommen wurde.

Seit den 1980er Jahren haben jedoch auch neue „Storytelling-Methoden“ Einzug ihren in die Dramaturgie gewonnen. Zerstückelte Plots, wie in beispielsweise in „Memento“ oder „Pulp Fiction“, haben eine neue Lust beim medienerfahrenen Zuschauer entfacht. „Storytelling-Methoden“ haben sich weiter entwickelt und der Zuschauer nimmt es an. Dramaturgie darf heute auch stärker gestückelt bzw. gemischt werden. Ein guter Ansatz für Online-Medien. Was können Blogs nun tun, um das „Storytelling“ stärker in ihr Blog Marketing einzubinden? Mehr dazu erfahrt ihr zweiten Teil.

 

(Grafik: Klassisches Storytelling mit der Heldenreise (c) Bloggerszene)

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