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Teil II: Storytelling – ein neuer Trend fürs Blog Marketing?

Im ersten Teil habe ich die Grundlagen des „Storytellings“ dargestellt. Im literarischen und filmischen Bereich findet die sogenannte Erzählform der Heldenreise immer noch großen Anklang. In den letzten Jahren sind allerdings auch modernere Formen des Erzählens hinzu gekommen. Wie können diese Methoden nun aber in die Geschichten, Posts oder Videos eines Blogs einbezogen werden? Kurz: Warum ist „Storytelling“ der neue Trend fürs Blog Marketing?

Wie wird die Heldenreise im Online und Blog Marketing angewendet?

Online Medien leben von ihrer Kurzweilig- und Schnelllebigkeit. Deshalb gilt für ein erfolgreiches „Storytelling“ im Online Bereich: Das Wichtigste gehört an den Anfang. Wer das Wichtigste zuletzt bringt, läuft Gefahr viele Zuhörer bzw. Leser zu verlieren. Zudem sinkt die Aufmerksamkeitsspanne zum Ende eh bekanntlich.

„Storytelling“ im Online Bereich muss gleich am Anfang mit einem „Burner“ einsteigen. Wie das Karrierebibel-Portal berichtet, “erzielt eine lebendig erzählte Geschichte weitaus mehr Aufmerksamkeit, weckt stärkere Emotionen und bleibt dadurch länger haften – kurz: Sie rührt uns an“. Wichtig dafür ist nicht nur ein einprägsamer Anfang, sondern auch eine einprägsame Handlung. Dadurch wird Spannung aufgebaut, durch die die Zuschauer/Leser die Geschichte bis zum Ende mit verfolgen wollen.

Einige Beispiele im Online Marketing haben bereits gezeigt, dass Menschen durch praktische Erfahrungen/Geschichten einfacher zu überzeugen sind. Theoretisch-abstrakte Geschichten überzeugen meist hingegen eher weniger. Sie sind weniger authentisch und lebensnah.

Das Karrierebibel-Portal hat dafür ein einprägsames Beispiel gepostet:

Für die Vorstandssitzung eines internationalen Konzerns wurden die Mitglieder in eines der feinsten und teuersten Restaurants der Stadt eingeladen. Es lag in unmittelbarer Nähe der Firmenzentrale und so erschienen die Vorstände pünktlich und gut gelaunt, plauderten ein wenig beim Champagner und nahmen schließlich an dem luxuriös gedeckten Tisch Platz. Alle freuten sich auf das legendäre Menü des hiesigen Sternekochs. Doch dazu kam es nicht. Draußen versammelten sich Landstreicher und Obdachlose. Sie blickten durch die Scheiben, drückten ihre staubigen Nasen dagegen und klopften aufdringlich an die Fenster. Das Klappern wurde lauter und mischte sich bald mit Sprechgesängen.

An ein gemütliches Mahl war nicht mehr zu denken, und immer mehr Bosse fragten sich, was der Gastgeber dagegen unternehmen würde: Würde er die Penner ignorieren oder die Polizei rufen? Nichts davon passierte. Stattdessen öffnete er die Tür und ließ die Meute herein. Die Leute rochen wie ein Zwischenfall in einem Kölner Chemiewerk. Vor allem aber waren sie hungrig. Zum großen Entsetzen der Vorstände lud sie der CEO an den Tisch.

Die Runde wurde erweitert und die Fremden fielen über die ersten beiden Gänge her als gäb’s kein Morgen. Danach verschwanden sie aber nicht, sondern beschimpften die Manager: Wie könnt ihr euch jeden Tag mit Hummer, Foie gras und Champagner vollstopfen, während wir Hunger leiden? Die Vorstände bemühten sich um Contenance. Sie seien nun mal Führungskräfte eines großen Konzerns und trügen viel Verantwortung, versuchten sie sich zu verteidigen. Die Obdachlosen überzeugte das nicht. Die Manager gerieten zunehmend in die Defensive. Schließlich brach der Gastgeber die Farce ab. Er erklärte seinen verblüfften Kollegen, dass die Vagabunden in Wahrheit Schauspieler seien, engagiert, um alle auf den einzigen Punkt der heutigen Agenda vorzubereiten: die soziale Verantwortung des Unternehmens…

Ob sich dieses Ereignis tatsächlich so zugetragen hat bleibt umstritten. Fakt ist jedoch, dass die Marketing Strategie als Geschichte aufgebaut und auch weiter verbreitet wurde. Der Einbezug der Sinne spielte dabei eine entscheidende Rolle. Mehrere Studien haben bewiesen, dass ein Ansprechen der Sinne (hören, sehen, schmecken, tasten, riechen) durch Sprache unsere Aufnahmefähigkeit für eine Story ändert. Wird das Erzählen mit den Sinnen verbunden, erinnern sich Menschen tendenziell mehr an das, was ihnen erzählt wurde.

Wie Karrierebibel des Weiteren berichtet, tragen wir bereits ein kindliches Bedürfnis nach Geschichten in uns. Das zeigt uns zum Beispiel die Freude an den Lach- und Sachgeschichten aus der Sendung mit der Maus. Werden Geschichten strukturiert und emotional erzählt, bleiben sie besser hängen. Und was hängen bleibt, wird weiter erzählt. Die perfekte Ausgangssituation für ein erfolgreiches Marketing.

Gleiches gilt auch für Blogs. Die meisten Blogs sind gerade erfolgreich, weil sie individuelle Geschichten erzählen. Ein persönliches Erlebnis in Form einer Geschichte machen den Blog, das Produkt oder das Anliegen viel anschaulicher und interessanter.

Karrierebibel hat die fünf wichtigen Punkte einer guten Geschichte zusammengestellt:

    1. Eine emotional bedeutende Ausgangssituation.
    2. Eine (sympathische) Hauptfigur.
    3. Einen Spannungsbogen durch Ziele und Hindernisse, die die Hauptfigur überwinden muss.
    4. Eine erkennbare Entwicklung (Vorher-Nachher-Effekt).
    5. Und ein auf das eigene Leben anwendbares Fazit – die Moral der Geschichte.

Gerade hier lassen sich einige Punkte aus der Heldenreise wieder erkennen: die sympathische Hauptfigur gleicht dem Helden, der Spannungsbogen, den diese Figur überwindet ähnelt der neuen Welt bzw. dem Abenteuer, die der Held in der Heldenreise überwinden muss.

Blogger haben bereits entdeckt, dass sich die sogenannten „True Stories“ nicht nur in Filmen oder Büchern finden, für die ausgebildete Dramaturgen eine Geschichte entwerfen, sondern auch in unserem Alltag. Wer seinen Weggefährten also genau zuhört, wird fündig werden.

 

(Grafik: What’s your story? (c) Bloggerszene)

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