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re:publica diskutiert neue Bezahlmodelle im Online-Journalismus

Wie der Mediendienst kress berichtet, wurden zum Abschluss der re:publica neue Bezahlmodelle für den Online-Journalismus diskutiert.

Am Ende der re:publica diskutierten die Vertreter großer Nachrichtenportale im Internet neue Bezahlmodelle im Online-Journalismus. Zukünftig wünschen sich die Nachrichtendienste, dass vermehrt innovative Ideen überlegt werden, wie das Online Geschäft besser ausgebaut werden kann, berichtet Jens Twiehaus von kress.

Gemeinsam wollen sie neue Experimente ausprobieren, die den Bezahlmodus im Online-Bereich ändern sollen. Das sprach unter anderem ZEIT Online Chefredakteur Jochen Wegner an. Auch SPIEGEL Online Geschäftsführerin Katharina Borchert und Süddeutsche.de Chefredakteur Stefan Plöchinger nahmen an der Diskussion teil.

Gemeinsam suchten sie nach einer Lösung, die für Journalisten und Leser vertretbar ist. Und gemeinsam können sie auch nur vorgehen, denn was bringen ihnen unterschiedliche Modelle, die den Konkurrenzdruck unter den Nachrichtendiensten erhöhen und die Leser eventuell verunsichern? Konkurrenzdenken sei in diesem Zusammenhang völlig unangebracht betonten die führenden Köpfe der Online-Branche. Gerade der Online-Journalismus habe in den letzten Jahrzehnten viele Veränderungen hingenommen, sodass der Bereich nur so vor Ideen strotze, die nun in ein gemeinsames Konzept gebracht werden müssten.

Plöchinger erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass in den Verlagen eine Probierkultur entstanden sei, berichtet Twiehaus. Das heißt es würden ab und an auch Online-Projekte zugelassen werden, die auch mal scheitern dürften.

In der Diskussion über künftige Bezahlmodelle kamen die Diskutanten auch auf das Modell ‚taz‘ zu sprechen, so Twiehaus. Dort könnten Leser selbst entscheiden, ob sie für einen Artikel bezahlen möchten oder nicht. Plöchinger und Wegner finden, dass dieses Modell auch für andere Seiten durchaus funktionieren könnte. Sie seien davon überzeugt, dass sich auch in dem Leserkreis ihrer Verlage viele Leser finden würden, die bereitwillig für die Inhalte zahlen würden. Den Mikropaymentdienst flattr stuften die Beteiligten dafür allerdings als ungeeignet ein. Flattr funktioniere nicht mit Verlagen. Die Nutzer würden ihr Budget eher an Blogger und auf Blogs verteilen. Zudem könnten mit flattr keine langen Rechercheaufgaben unterstützt werden, da die Auszahlung erst nach dem Beitrag stattfinde. Aufwendige Rechercheaufgaben müssten aber bereits im Vorfeld honoriert werden.

Als Fazit aus der Diskussion zogen sie allerdings, dass neue Ideen und Experimente für die Bezahlmodi im Online-Journalismus gefragt sind. Vielleicht können sich in diesem Zusammenhang zukünftig auch mehr Kooperationen zwischen Bloggern und Verlagen ergeben.

 

(Artikelbild: Logo re:publica 2013 (c) re:publica)

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