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ProPublica und die Schaffung von investigativem Online Journalismus im öffentlichen Interesse

ProPublica ist eine unabhängiger, non-profit Nachrichtendienst. Die Online Plattform hat es sich auf die Fahnen geschrieben, investigativen Journalismus im öffentlichen Interesse zu schaffen.

Die Macher von ProPublica sehen sich als moralische Instanz im Journalismus. Die geschriebenen Geschichten setzen auf moralische Stärke (moral force). Ihre investigativen Methoden stellen Schwächere in den Fokus. Häufig werden Fälle aufgedeckt, in denen vermeintlich stärkere Instanzen scheinbar Schwächere ausbeuten.

Paul Steiger, der ehemalige Chefredakteur des Wall Street Journals, in den USA für seinen investigativen Journalismus bekannt, hat die Plattform 2007 gegründet. Heute wird ProPublica vom ehemaligen Chefredakteur des Oregonian und Redakteur der New York Times, Stephen Engelberg sowie dem ehemaligen Verleger vom Wall Street Journal, Richard Tofel geleitet. Der Hauptsitz befindet sich derzeit in Manhattan, New York City. Seit Juni 2008 erscheinen auf der Plattform investigative Geschichten.

Warum ProPublica?

Investigativer Journalismus wird heutzutage oft als Luxus kategorisiert. Nachrichtendienste können sich davon nicht mehr so viel leisten, denn Zeit und Budget sind Mangelware. Oft stehen Reporter und Berichterstatter so unter Druck, dass nicht mehr genügend Zeit für eine ausführliche Recherche und ein angemessenes Budget besteht.

Gerade in Zeiten des Internets sind Nachrichtendienste und –plattformen regelrecht explodiert. Leider haben sich viele von ihnen dem modernen Zeitdruck angepasst, getreu dem Motto: Das Internet ist ein schnelles Medium, also müssen Nachrichten auch besonders schnell veröffentlicht werden. Dass guter Journalismus – wie eigentlich viele andere Dinge auch – Zeit braucht, blieb dabei bei vielen auf der Strecke. Genau an diesem Punkt will ProPublica ansetzen.

Die Meinungsmache im Netz ist stark etabliert, Fakten kommen dabei jedoch immer kürzer. D.h. im Groben und Ganzen, dass sich die öffentlichen Meinungen stark und viel verbreiten, selten aber eine gut recherchierte Grundlage vorhanden ist. Dass so viele Meinungen und Meinungsmacher im Netz vertreten sind, sehen die Gründer von ProPublica nicht als Problem, sondern als soziale Balance. Dass hingegen wenig Faktengeber vorhanden sind, sehen sie als Aufgabe.

Was macht ProPublica?

ProPublica hat einen unabhängigen Nachrichtendienst eingerichtet, der von führenden Redakteuren geleitet wird. Das Grundziel ist die Aufdeckung von Missstände und dadurch die Initiierung von Reformen initiiert werden. Sie lassen sich dabei von keiner Lobby stützen, noch kreieren sie eine – weder politisch noch wirtschaftlich. Die Unabhängigkeit bleibt stets ihr oberstes Gebot. Genau unter die Lupe nehmen sie dabei die Politik und Wirtschaft – eben die gesellschaftlichen Bereiche, die das stärkste Machtpotenzial vertreten.

Im Redaktions- und Schaffungsprozess geben sie dabei den Institutionen, die sie untersuchen auch immer die Chance, sich zu einem Vorwurf oder einer Faktenaussage zu äußern. Sollte sich dadurch etwas in der Story ändern, wird dies natürlich in die Bearbeitung mit einbezogen.

In dem Hauptbüro in Manhattan sitzen 40 Journalisten, die täglich an neuen Geschichten und Stories recherchieren und schrieben. Sobald diese dann druckfähig sind, werden sie auf der ProPublica Seite als auch von anderen Partnern veröffentlicht. Die Stories werden unter anderem an traditionelle Nachrichten Organisationen geschickt und auch dort veröffentlicht. 2012 hat ProPublica 80 Stories mit 25 unterschiedlichen Partnern veröffentlicht. Für die Verbreitung wird ein aktiver und kommunikativer Aufwand betrieben. Zu den Kontaktpersonen gehören andere Reporter, Redakteure und Blogger. Einige der Geschichten haben 2011 sogar den Pulitzer Preis für nationale Reportagen gewonnen. 2010 wurde sogar eine Geschichte mit dem Pulitzer Preis für investigative Reportagen ausgezeichnet.

Wer finanziert ProPublica?

Die Sandler Stiftung ist der große Geldgeber von ProPublica. Dazu kamen in den letzten Jahren noch mehrere andere Sponsoren. Natürlich sucht die Plattform stets nach neuen Gönnern. Ein kleiner Teil wird zudem durch Werbung finanziert. Darunter fällt zum Beispiel die Vorstellung von ebooks – alle Werbeprodukte oder Kampagnen werden im philanthropischen Stil gehalten. Die Macher von ProPublica betonen, dass sie von ihren Gönnern unterstützt, aber nicht beeinflusst werden.

 

(Screenshot: ProPublica)

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