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Peer Steinbrück – Neuer Blog, Neuanfang?

Nach dem ganzen Hickhack um Peerblog, wurde dieser nun endgültig abgeschalten. Hackerangriffe seien die Ursache dafür gewesen. Die meisten Print- und Online-Medien gehen allerdings davon aus, dass der Trubel den Betreibern sowie der Partei zu viel wurde.

Die CDU, die Grünen und die Linkspartei verlangten, die anonymen Unterstützer des Blogs offen zu legen. Sie interessierten sich diesbezüglich besonders dafür, wie viel das gesamte Projekt finanziell verschluckt hätte. Lägen die Kosten im fünfstelligen Bereich, hätte Steinbrück diese Unterstützung an den Bundestagspräsidenten melden sollen, so zitiert die Zeitung „Westfälische Nachrichten“ Dagmar Enkelmann, die parlamentarische Geschäftsführerin der Linken im Bundestag. Der „Tagesspiegel“ berichtet zudem, dass die technischen Betreiber des Blogs angaben, dass der Blog, auch wenn es einen Hackerangriff gegeben hat, wieder in Betrieb genommen hätte werden können. Andere Gründe müssen demnach dazu geführt haben, dass der Blog vom Netz genommen wurde.

Der „Spiegel“ zitiert in diesem Zusammenhang Sigmar Gabriel. Dieser bezeichnete die gesamte Debatte um den Blog als „Moralin gesäuert“. Damit verwies der SPD-Parteivorsitzende darauf, dass viel mehr heiße Luft produziert würde, als eigentlich nötig. Außerdem erinnerte er daran, dass es andere Projekte gebe, die auch Parteien unterstützen. Als Beispiel nannte er die aktive Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die vor allem „den Kurs von Union und FDP unterstütze“, so der „Spiegel“. Genauso wird es immer sein. Es wird immer Projekte geben, die Parteien unterstützen. Warum auch nicht? Was ist daran verwerflich, solange es offen kommuniziert wird? Das Publikum ist immerhin selbst in der Lage zu entscheiden, ob es diese Unterstützung als positiv oder negativ einschätzt.

Es ist schade, dass Peerblog durch Hacker, Medien oder was auch immer soweit in die Enge getrieben wurde, dass der Blog nun schließlich abgesetzt ist. Im ARD Interview mit Ulrich Deppendorf, verteidigte Steinbrück das Projekt: „Was ist daran merkwürdig, wenn es jemanden gibt, der mich unterstützen will, der offenbar Sympathien für mich entwickelt?“. In der Tat. Was ist daran verwunderlich, wenn ein Kanzlerkandidat unterstützt wird? Gerade darum geht es doch gerade im Wahlkampf.

Die SPD will den Kanzlerkandidaten nun mit einem eigenen Blog unterstützen. Peer Steinbrück wird bislang durch seine Internetseite, einem Twitter-Account und einem Facebook-Profil vertreten. Mit einem Blog soll der Austausch zwischen Bevölkerung und Kandidat gefördert werden. Auch wenn der 67-jährige als Online Muffel kritisiert wird, heißt es nicht, dass sein Auftritt nicht professionell umgesetzt werden wird. Es wird sich zeigen, wie die SPD den Kandidaten-Blog von Steinbrück umsetzen wird und welche Resonanz sich daraufhin entwickelt.

 

(Grafik: Alles auf Neuanfang? (c) Gerd Altmann/pixelio.de)

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