Freitag , Juni 23 2017
Banner
Neuigkeiten
Startseite / MAGAZIN / Medienpädagogik: Jung hilft Alt Web 2.0 zu verstehen

Medienpädagogik: Jung hilft Alt Web 2.0 zu verstehen

Der Medienpädagogik Praxis Blog stellte kürzlich ein Projekt zum Thema „Jugendliche als Web-MentorInnen für SeniorInnen“ vor. Darin wird aufgegriffen, wie die Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt im Bereich Web 2.0 erfolgen kann. Das Projekt beschreibt wie Jugendliche SeniorInnen unter Anleitung von Fachpädagogen Web-2.0-Anwendungen erklären.

Vorbereitung

Für die Durchführung des Projekts werden von den Pädagogen und Jugendlichen Kenntnisse im Umgang mit 2.0-Anwendungen gebraucht. Zudem wird Wissen über Sicherheitseinstellungen zur Privatsphäre, Persönlichkeitsrechten, Datenschutz und Urheberrecht verlangt. Vorteilhaft ist es außerdem, wenn die Projektleiter Auskunft (Betreiber, Nutzungshäufigkeit, Chancen, Risiken) über bestimmte Plattformen im Netz geben und eventuell sogar Beurteilungen abgeben können. Für Demonstrationszwecke werden Musterprofile anlegt, die die Möglichkeiten der einzelnen Portale oder Social Media Kanäle darstellen.

Des Weiteren achten die Projektleiter darauf, dass sie im Vorfeld Gespräche mit den teilnehmenden Jugendlichen durchführen. Darin wird geklärt, welche Kenntnisse die Jugendlichen haben und welche Aufgaben sie im Projekt erwarten. Jeder Jugendliche betreut ein/e SeniorIn.

Ablauf

Für den ersten Seminartermin treffen sich alle Beteiligten und lernen sich kennen. Dabei wird jedem Senior ein Jugendlicher zur Seite gesetzt, der ihm/ihr über den Verlauf des Seminars als Betreuer zur Seite steht. Daraufhin wird ein Überblick der gängigsten Web-2.0-Anwendungen gegeben. Am Schluss der ersten Sitzung wird für jeden Senior eine Mail-Adresse eingerichtet um später mit den web-2.0-Anwendungen arbeiten zu können. In den folgenden Sitzungen lernen die Teilnehmer Skype, Messenger, Facebook, Youtube, Twitter und die Nutzungsmöglichkeiten von Blogs kennen.

Skype und der Messenger stehen in der ersten Sitzung im Vordergrund. Dort legen sich die SeniorenInnen mit Hilfe der MentorenInnen ein eigenes Profil an und lernen das Telefonieren und chatten durch Ausprobieren. Learning by doing steht hier im Vordergrund.

In den nächsten Sitzungen widmen sich die Fachpädagogen der Anwendung Facebook. Facebook benötigt etwas mehr Aufmerksamkeit um die Komplexität des Systems ansatzweise erfassen zu können. Auch wird den SeniorenInnen ein Profil erstellt, mit dem sie sich ausprobieren können. Im Vordergrund stehen daneben Einstellungen zur Privatsphäre, zum Datenschutz und zum Urheberrecht. In einer Diskussion werden die Chancen und Risiken von Facebook erörtert. Die Pädagogen teilen sich im Folgenden nun auch nur noch über die Email-Funktionen der Anwendungen mit. Dadurch werden die SeniorenInnen „gezwungen“ am Ball zu bleiben.

Es folgt das Ausprobieren der Video-Plattform Youtube. Dort wird mittels eines Videos erklärt, wie man dieses teilen, einstellen und löschen kann. Auch hier bleibt das Urheberrecht Thema.

In der letzten Sitzung wird der Nachrichtendienst Twitter, ebenso wie die Funktionsweise von Blogs, näher beleuchtet.

Vorteile

Der Vorteil eines solchen Seminars besteht vor allem in der intergenerativen Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt. Gerade Jugendliche sind hochbegeistert von dieser Idee. Zudem ist das intensive Teamwork zwischen den Teilnehmern ein weiterer Vorteil. Durch die 1 zu 1 Betreuung wird ein sehr guter Lerneffekt ermöglicht. Das Ziel ältere Menschen nicht auszuschließen, sondern sie in die neuen Entwicklungen einzuarbeiten ist ein Fortschritt sozialer Integration. Das Projekt kann ferner familienintern – Großeltern, Eltern und Kinder/Enkelkinder – durchgeführt werden.

 

(Foto: Jung verbindet Alt mit dem Web 2.0 (c) Gerd Altmann/pixelio.de)

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*


*