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Interview: „Ein Blog kann sehr viel leichter ‚tischtennisfremde‘ Personen anlocken“

Neben den weit verbreiteten Fussballblogs sind unter den Sportbloggern auch einige andere Sportler und Sportarten vertreten: unter anderem dabei der Tischtennissport. Für myTischtennis.de bloggt Janina im WM-Blog. Im Interview spekuliert sie über den Unterschied zwischen Fashion- und Sportblogs sowie über die Wirkung des Blogs auf den Bekanntheitsgrad vom Tischtennis.

In der Blogosphäre gibt es scheinbar nicht so viele Sport-Blogs wie beispielsweise Fashion-Blogs. Woran liegt das deiner Meinung nach?

Schwere Frage, da kann ich ehrlich gesagt nur spekulieren. Vielleicht liegt es daran, dass sportliche Ereignisse oft sehr faktenorientiert sind. Wenn ich zum Beispiel über ein Fußballspiel schreiben soll, muss ich ja in erster Linie einmal das Ergebnis, die Torschützen und die Leistung der Spieler übermitteln, so dass sich hier ein neutraler Spielbericht anbietet. In der Modewelt kommt es wahrscheinlich viel mehr als im Sport auf den persönlichen Geschmack und die eigene Meinung an. Die kann man natürlich sehr gut in einen Blog packen, was für Modefans sicher ziemlich interessant sein dürfte. Aber wie gesagt, es ist sehr schwer zu sagen. Denn warum sollte nicht auch ein Fußballfan seine Meinung zum letzten Spiel in einem Blog äußern – oder erzählen, was er alles beim Stadionbesuch erlebt hat? Über Sport lässt sich ja schließlich auch glänzend diskutieren – und da sind dann die Fakten oft auch gar nicht mehr so wichtig…

Welche Themenbereiche deckt Janinas WM-Blog ab? Steht Tischtennis dort immer im Mittelpunkt?

Ich schreibe für eine Tischtennis-Website, deshalb muss es zumindest am Rande immer auch um diesen Sport gehen. Aber ich sollte vielleicht kurz erklären, dass ich den WM-Blog nur dann führe, wenn ich gerade eine Tischtennis-Weltmeisterschaft besuche, um von dort zu berichten. Dann soll der Blog – anders als die neutralen Spielberichte, die ich dann täglich schreibe – die Ereignisse drum herum thematisieren. Darin erzähle ich also, was ich sonst noch während der WM erlebe und was mir auffällt. Neben dem WM-Blog haben wir aber auch noch andere Blogs auf unserer Seite, die bestimmte Themengebiete abdecken. So schreibt zum Beispiel Tischtennis-Nationalspielerin Sabine Winter für uns über ihren Profi-Alltag und ein Kreisklasse-Amateur erzählt, was am anderen Ende des Leistungsspektrums gerade interessant ist.

Warum ist ein Blog eine gute Idee um ein Sportlerleben bzw. eine Sportart darzustellen?

Ein Blog bietet ganz andere Möglichkeiten als ein neutraler Bericht zum Beispiel. Ein Blog hat stets eine starke persönliche Färbung. Dort kann man Themen viel lockerer angehen und dadurch auch die Leserschaft auf eine ganz andere Art und Weise fesseln. Egal ob Nationalspielerin Sabine Winter oder unser Amateur – Blogger öffnen ein Stück ihrer Persönlichkeit und erreichen so, dass sich die Leser mit ihnen verbunden fühlen und die Texte gerne lesen.

Welche Content-Arten (Text, Video, Audio etc.) setzt ihr auf dem Blog ein?

Wir haben uns bisher auf Texte und Bilder konzentriert. Videos wären natürlich auch großartig, bedeuten aber auch mehr Aufwand. Das können wir in unserem kleinen Team leider noch nicht regelmäßig bewältigen, wird aber als gute Idee für die Zukunft vorgemerkt.

Fungiert der Blog auch als Schlüssel für Sponsoren im Tischtennis?

Nicht dass ich wüsste – zumindest für myTischtennis.de kann ich das verneinen. Vielleicht kann solch ein Blog dazu beitragen, dass ein Sponsor neugierig wird. Aber ob er dann auch investiert, bleibt fraglich.

Wie kann der Blog zukünftig helfen die Sportart Tischtennis noch bekannter zu machen?

Auf unserer Website ist es so, dass wir fast ausschließlich für Tischtennisspieler bloggen, also letztlich für ein Fachpublikum. Leser, die sich noch nie mit diesem Sport beschäftigt haben, werden womöglich nicht alles nachvollziehen können, was wir schreiben. Aber ich bin mir trotzdem sicher, dass ein Blog sehr viel leichter „tischtennisfremde“ Personen anlocken kann als ein rein informativer und nüchterner Text, da er im Idealfall kreativ, lustig oder spritzig ist. Ich kann mir schon vorstellen, dass auf diesem Weg ein Interesse für Tischtennis entwickelt werden kann. Aber dafür muss das breite Publikum auch erst einmal auf einen solchen Blog stoßen – und das ist sicher schwieriger…

 

(Artikelfoto: Janina_Schäbitz (c) Janina Schäbitz)

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