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Interview: „Blogs waren wichtig, sind wichtig und werden wichtig bleiben“

Er ist PR-Berater, Journalist, Fotograf und Coach für Unternehmer. Frank-Micheal Preuss ist Leiter des gleichnahmigen Redaktionsbüros für Bild und Text. Seine langjährigen Erfahrungen im Bereich Online und Presse sowie die Betreuung von internationalen Kunden haben ihn zu einem Fachmann auf seinem Gebiet gemacht. Unterwegs ist er auf allen Kanälen – Social Media, Print, Fotografie, Online. Der Hannoveraner ist zudem in der Blogosphäre unterwegs. Auf seinem Blog postet er regelmäßig Neuigkeiten aus seiner PR- und Online-Arbeit. Im Interview verrät der Fachmann, warum die Entwicklung von Unternehmensblogs ein unumgänglicher Prozess ist.

Herr Preuss, sie arbeiten nun schon seit vielen Jahren in der PR- und in der Online-PR-Branche. Warum sind PR und Online-PR aus dem Unternehmensbereich heute nicht mehr wegzudenken?

Ich habe Anfang der 90er als PR-Agentur vor allem für Unternehmen gearbeitet, die Bedarf hatten, kundenrelevante Informationen gezielt nach außen zu bringen. Das geschah zu der Zeit vorwiegend über Printmedien, daher entstanden unzählige Anwenderberichte, Fachartikel, Advertorials und andere Formen der damals recht eingleisigen Kommunikation mit dem Kunden. Pressearbeit und Pressekampagnen waren für Unternehmen schon immer nötig, lediglich die Methodik hat sich stark verändert. Gleichzeitig sind die Anforderungen an die Unternehmen größer geworden. Public Relations sind heute nicht mehr so eindimensional, durch die Neuen Medien gibt es viel mehr Handlungsbedarf als früher. Gerade im Internet sind die Prozesse unmittelbarer und schneller, daher muss eventuell auch schneller reagiert werden. Das haben viele Unternehmen noch nicht verstanden. Viele gehen mit dem Netz immer noch sehr statisch um. Dabei ist es sehr lebendig. Und dort liegt auch die Chance für den gesamten Unternehmensbereich. Wer jetzt in den Dialog geht, kann sich einen Teil seines Budgets für Werbung einsparen. Denn hier kann fast jedes Unternehmen neue Marktanteile, neue Zielgruppen und auch frisches Publikum dazugewinnen. Und gleichzeitig einen tollen Imagegewinn erzielen, wenn er es gut macht. Wenn es zu einer Akzeptanz kommt, dann wird das Medium Netz zum Selbstläufer.

Welchen Stellenwert haben Blogs ihrer Meinung nach für Unternehmen heute?

Blogs waren wichtig, sind wichtig und werden wichtig bleiben. Jedes Unternehmen, das einen Blog betreibt, kann mit seinen Informationen raus aus den oft sehr statischen Webseiten des eigenen Unternehmens. Durch den Blog kann mit den Kunden in den Dialog gegangen, können Themen über und rund um das Unternehmen angeschnitten, und kann auf einer „nicht-nur-geschäftlichen“ Ebene Vertrauen geschaffen werden. Das hängt aber auch stark davon ab, wie viel Herzblut ein Unternehmen in das „Projekt“ Blog steckt und wie authentisch die Message rüberkommt. In entscheidenden Situationen, beispielsweise bei einer Krise oder einer Negativmeldung in der Presse kann über einen Blog relativ schnell eine Schadensbegrenzung erreicht werden. Dazu kommt auch, dass Google in der Regel Blogs gut annimmt, wenn sie themenrelevant und informativ sind. Oft wird der Blog noch vor der eigenen Unternehmenswebseite gefunden.

Nennen Sie drei Gründe, warum es für Unternehmen aus PR-Sicht entscheidend ist, einen Blog zu führen!

  1. Mehrwert für die Kunden
  2. direkter Kontakt mit der Kundschaft
  3. Schaffung neuer Marktanteile durch Vertrauensbildung.

Was kann ein Blog für ein Unternehmen bewirken, was eine Website nicht kann?

Blogs werden hauptsächlich dafür genutzt, Inhalte ins Netz zu stellen, die auf der Unternehmenswebseite keinen Platz haben oder dort nicht hingehören. Darüber hinaus wächst ein Blog permanent, d.h. die Inhalte werden im besten Falle kontinuierlich erweitert und geben einen chronologischen Einblick über den Themenverlauf. Beiträge können eine persönliche Meinung vertreten und entsprechende Diskussionen auslösen, die auf einer klassischen Webseite nichts zu suchen haben. Durch Kommentare und Verlinkungen entwickelt sich ein guter Blog nach und nach zu einem Informationsportal mit einem hohen Mehrwert für die Leser. Gleichzeitig kann er als Werbeplattform und für Linkkooperationen mit anderen Unternehmen genutzt werden, was sich auf einer „normalen“ Unternehmenswebseite unter Umständen verbietet. Praktisch ist auch die Möglichkeit eines Blogs die Beiträge als RSS-Feed anzubieten, das hilft immer gut, um den Blog bekannter zu machen und gezielt Inhalte weiter ins Netz zu transportieren.

In Ihrer Freizeit malen Sie gern. Welche Farbe, denken Sie, kann die Blogosphäre am besten beschreiben und warum?

Es gibt ja nicht nur eine Farbe … genauso, wie man die Blogosphäre nicht eindeutig abbilden kann. Durch die thematische Vielfalt und die Unterschiedlichkeit von Meinungen weltweit kann die „Farbe“ nur das gesamte Spektrum eines Regenbogens sein. Und der Regenbogen kann ja auch das Symbol für eine Brücke sein – denn das tun die Blogger weltweit nämlich – Brücken bauen … Brücken bauen für Verständnis, für Kommunikation und für Selbstbestimmung abseits der etablierten (und oft manipulierten) Medien. Ein guter Weg für die Demokratie.

 

(Foto: Frank-Michael Preuss (c) Frank-Michael Preuss)

 

3 Kommentare

  1. Auch das (zugegeben gerade allzu präsente ) Buzz-Word „Content-Marketing“ sollte in diesem Zusammenhang erwähnt werden. Aber das ist es ja nicht umsonst. Suchmaschinen setzen mehr und mehr auf qualitativ hochwertige Inhalte – Inhalte, die vor allem aber auch nicht fest gemeißelt sind, sondern immer wieder neu geschrieben und ergänzt werden. Hier offenbart sich dem von Frank erwähnten Vertrauen in ein Unternehmen auch das wahre Expertenwissen der Beteiligten. Beides allzu wichtig für den Brand, für die Marke und damit den wirtschaftlichen Erfolg.

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