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Interview: „Eine Fortsetzung der Benefiz Blogger im nächsten Jahr wäre schön“

Für dieses Jahr ist das Projekt der Benefiz Blogger erst einmal abgeschlossen. Es konnten ca. 1000 Euro für die DKMS zusammen getrommelt werden. Der Benefizgedanke soll mit diesem Ende aber natürlich nicht verloren gehen. Welche Entwicklungen sich Initiatorin Sandra Lachmann für das nächste Jahr wünscht und welches Resümee sie aus diesem Jahr zieht, verrät die PR-Expertin im Interview.

Liebe Sandra, im März dieses Jahres hast du das Projekt Benefiz Blogger gestartet. Wie hat sich das Projekt seitdem entwickelt?

Wir haben am Anfang ordentlich Anschwung nehmen müssen, um ins Rollen zu kommen. Das heißt, wir haben uns intensiv mit Pressearbeit und der Verbreitung unserer Idee über die sozialen Netzwerke beschäftigt. Als es dann rollte, wurde es nach außen hin etwas ruhiger, aber hinter den Kulissen arbeitsintensiver. Denn dann hieß es: Kooperationen an Land ziehen, Vorschläge ausarbeiten, geeignete Blogger ansprechen und auch Rückschläge verkraften. Denn manch eine Kooperationsidee fand kein geeignetes Unternehmen und manche Kontakte zu Medien verliefen am Ende im Sande. Aber wer Projektarbeit kennt, weiß, dass das ganz normal ist. Naja, und jetzt sind wir dabei, die erste Laufzeit abzuschließen.

Wie viel Zulauf hatte das Projekt seitens der Blogger und seitens der Unternehmen?

Der Zulauf an Bloggern riss nicht ab, es trudelten regelmäßig neue Mails ein, in denen sich Blogger vorgestellt haben, um dabei zu sein. Da wir das Projekt ursprünglich auf den Zeitraum April bis Juli beschränkt hatten, musste ich nach sechs, sieben Wochen vielen am Ende sogar sagen, dass ich sie für 2013 nicht mehr berücksichtigen kann. Auch unser DaWanda-Shop erhielt seitens der Blogger viel Unterstützung: rund 70 Artikel standen zugunsten der Benefiz Blogger zum Verkauf. Die Blogosphäre war voller Tatendrang, das war wirklich toll.

Die Zahl an Unternehmen, die als Kooperationspartner dabei waren, blieb hingegen deutlich hinter meinen Erwartungen zurück. Wir hatten rund 100 Unternehmen direkt kontaktiert, über diverse Kanäle die Werbetrommel gerührt, unsere Kontakte spielen lassen – aber der Rücklauf war verhältnismäßig gering. Das finde ich einerseits schade, weil dadurch natürlich auch nicht so viele Spenden gesammelt werden konnten, anderseits, weil so nur ein kleiner Teil der Blogger bei Kooperationen mitmachen konnten. Am Ende waren vier Unternehmen dabei: CEWE Color AG, Herbamare, der Egmont Verlag und mylittlebigswap.

Welches Benefiz Projekt war besonders rührend?

Das Privatengagement von Elke von heim@kult. Sie hatte zum Geburtstag unter anderem ein Geldgeschenk über 100 Euro bekommen – und es direkt an unser Projekt gespendet. Diese Selbstlosigkeit hat mich wirklich berührt.

Am 18. Juni hast Du gemeinsam mit Bloggerin Ricarda Nieswandt einen Vortrag für Unternehmen zum Thema Blogger Relations gehalten – auch als Benefiz Aktion. Wie war die Reaktion der Unternehmen dazu?

Der Vortrag in Bremen war sehr gut besucht, was einmal mehr zeigte, dass Pressestellen, PR-Agenturen und Unternehmensvertreter einen Beratungsbedarf im Bereich Blogger Relations haben. Deutlich wurde an dem Abend auch, dass die bisherigen Traditionen der Pressearbeit, die auf unabhängige Berichterstattung abzielt, immer noch dazu führen, dass PR´ler intuitiv die Nase rümpfen, wenn Blogger bezahlt werden wollen. Ich bin nach diesem Abend einmal mehr davon überzeugt, dass es mehr Treffen zwischen Bloggern und Unternehmensvertretern geben muss, um ein gegenseitiges Verständnis füreinander zu entwickeln. In Bremen hatten wir dazu einen guten Auftakt.

In diesem Jahr habt ihr der DKMS tatkräftig zur Seite gestanden? Welches Feedback habt ihr von dort erhalten?

Wir hatten einen festen Ansprechpartner, der mir jederzeit schnell antwortete, wenn ich eine Frage hatte. Leider konnte uns die DKMS nicht mit zusätzlicher Kommunikation unterstützen, weil sie gemeinnützig ist und für nichts Werbung machen kann, was als kommerziell gilt. Und die Benefiz Blogger gelten streng genommen leider als kommerziell, da einige der teilnehmenden Blogger außerhalb unseres Projektes mit ihrem Blog Geld verdienen. Ein offizielles Feedback auf die Aktion habe ich bislang nicht bekommen, aber unser Ansprechpartner zeigte sich von unserer Idee durchaus beeindruckt.

Schätzt du das Projekt als Erfolg ein? Wenn ja, denkst du bereits an eine Fortsetzung im nächsten Jahr?

Die Antwort darauf fällt mir nicht leicht. Wenn ich mir anschaue, wieviel Arbeit ich zusammen mit einigen helfende Hände ehrenamtlich in dieses Projekt gesteckt haben, dass wir aber am Ende nur knapp über 1.000 Euro zusammenbekommen haben, dann steht Aufwand und Nutzen auf den ersten Blick in keinem guten Verhältnis.  Andererseits entspricht dieser Betrag 200 neuen Typisierungen, die es ohne das Projekt nicht gegeben hätte. Außerdem habe ich durch das Projekt noch Neues in Sachen Blogger Relations dazu- und tolle Menschen kennengelernt. Die Blogger, die an Kooperationen teilgenommen haben, konnten interessante Inhalte für ihren Blog gewinnen und die Zusammenarbeit mit Firmen ausprobieren oder vertiefen. Das sind Mehrwerte, die nicht in Euros gemessen werden können. Daher: Ja, die Premiere war ein Erfolg.

Eine Fortsetzung im nächsten Jahr wäre daher schön, zumal man jetzt schon eine Basis hat, wenn man loslegt. Ob es dazu kommt, hängt allerdings von meinem Zeitbudget ab. Wenn man solch ein Projekt professionell umsetzen möchte, ist das quasi ein Halbtagsjob. Da ich Vollzeit arbeite, ist das nicht so leicht erledigt. Ich bräuchte für eine Fortsetzung auf jeden Fall wieder ein Team um mich herum. Mal sehen, was 2014 kommt.

Was wünschst du dir für alle Benefiz Blogger?

Ich wünsche ihnen, dass Sie den Spaß am Bloggen nicht verlieren und dass Sie von Kooperationspartnern ernst genommen werden – was eben auch bedeutet, dass Unternehme sie ggf. bezahlen. Ich wünsche Ihnen gleichzeitig aber auch, dass sie den Mut haben, sich selbst treu bleiben. Also nicht auf jedes scheinbar verlockende Angebot einzugehen, dass Ihnen von einer PR-Agentur oder einem Unternehmen gemacht wird, sondern weiterhin auch über das zu schreiben, was ihnen wirklich am Herzen liegt.

 

(Artikelfoto: Sandra Lachmann, Initiatorin der Benefiz Blogger (c) Daniela Buchholz)

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