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Freundevonfreunden.de – Der Blog für die Sehnsucht nach Echtem mit dem etwas anderem Blick

Aufräumen und sterile Möbel waren gestern. Bei der Präsentation von Wohnungen geht es um weit mehr als die perfekte Anordnung von Möbeln in Hochglanzmagazinen. Das Blog-Magazin Freunde von Freunden hat sich dem entgegen gestellt. Die Macher präsentieren Wohnwelten mit dem etwas anderen Blick.

Alltäglichkeit statt Möbelpolitur

Vier Berliner Kreative haben vor vier Jahren das Blog-Magazin Freunde von Freunden ins Leben gerufen. Den Machern ging es dabei um mehr als um die bloße Darstellung der Lebensräume ausgewählter Personen. Die Idee entstand aus dem Impuls ein Netzwerk zu kreieren, indem die Wohnumfelder künstlerischer Menschen dargestellt werden. Das Online-Magazin portraitiert seitdem Menschen aus aller Welt in ihren persönlichen und intimen Lebenswelten – meist sind es Kreative bzw. Künstler.

Die Idee kam vier Berliner Kreativen vor fast vier Jahren. Sie gründeten die Plattform 2009 und erweiterten diese im Sommer 2010 durch die Einbettung der Videofunktion. Frederik Frede ist Creative Director und Mitinhaber des Berliner Kreativstudios für Medienkonzeption und Innovationsberatung (No)MoreSleep. Zusammen mit Tim Seifert und Torsten Bergler gründete er Freunde von Freunden. Seitdem hat Freunde von Freunden monatlich über 150.000 Leser. Sarah Weinknecht ist in diesem Zusammenhang für die Geschäftsführung und Redaktion verantwortlich.

Als Inspiration diente das amerikanische Magazin The Selby. The Selby ist sozusagen die amerikanische Variante von Freunde von Freunden. Auch dort werden amerikanische Hinterhöfe und Apartments von Kreativen vorgestellt. Das Layout der Seite spielt dabei eine entscheidende Rolle. Was könnte bei der Wohnungsdarstellung diesbezüglich wichtiger sein als die fotographische Illustration? Die Webseiten haben in einem Raster angeordnete Fotos und Videos, die zum Stöbern anregen. Diese werden durch Interviews mit den ausgewählten Kreativen komplementiert.

Die Macher erweitern ihr Netzwerk stetig durch Vitamin B. Wenn sie also bei einem interessanten Menschen aufschlagen, können sie dort durchaus neuen Input für andere Künstler bekommen und gleich an die nächste Tür klopfen. Das Netzwerk hat sich bereits auf einer internationalen Ebene etabliert. Nach Berlin waren die nächsten großen Städte Sao Paolo und Kopenhagen. Heute hat sich das Magazin bereits auf alle Kontinente ausgeweitet und ist deshalb auch in englischer Sprache gehalten. Seit November 2011 gibt es zudem ein Buch, welches die aufregendsten Interviews inklusive Fotos vorstellt. Demnächst soll eine App für Smartphones und Tablets erstellt werden.

Der Leserkreis zieht sich heute über den gesamten Globus. Das gesamte Netzwerk ist auf 25 globale Städte ausgeweitet. Hauptsitz – wenn man davon überhaupt noch sprechen kann – befindet sich immer noch in Berlin. 2010 – neun Monate nach dem Start – gewann das Projekt in der Kategorie Onlinemagazin den Lead-Award. Der Lead-Award wird jährlich für herausragende Arbeiten an deutsche Print- und Onlinemedien verliehen.

Erfolgsrezept: Authentizität

Den Erfolg des Magazins machen die echten und authentischen Bilder aus. „Am besten versteht man Menschen, wenn man sie direkt in ihrem Lebensumfeld trifft“, sagt Frede im Interview mit Zeit Online. Die Messages sind einfühlsam, intelligent und kultiviert. Das Projekt ist authentisch, lebensnah und vertraulich.

Eine Bedingung für das Erscheinen in Freunde von Freunden ist, dass die Wohnungen noch nicht in zahlreichen anderen Magazinen abgebildet wurden. Schlüssel bildet der Alltag in den Wohnungen. Auf den Fotos sieht man nicht unbedingt wie alle Möbel arrangiert sind oder welche Bilder im Flur hängen. Stattdessen geht es um Details. Besonders Bücherrücken tauchen sehr oft auch. Klar, denn der Titel eines Buches verrät manchmal mehr über einen Menschen als die Farbe der Kissen der Wohnzimmercouch. Geschickt, denn genau diese Details geben Anlass für nette Geschichten oder eine Anekdote, die erzählt werden will. Das Magazin arbeitet nach dem Motto: Home is where the heart is. Interessante Menschen haben auch interessante Wohnungen. Es geht darum Umgebungen zu zeigen, wie sie authentisch sind und nicht wie sie in Möbelhochglanz-Magazinen dargestellt werden. Genau dieses Konzept haben nun auch schon viele große Unternehmen für sich entdeckt. Sie buchen die Macher um ihre Produkte in einer authentischen Umwelt darstellen zu lassen. Dass das ankommt hat sich in den letzten Jahren bestätigt, denn immer mehr Firmen wollen Authentizität.

Mit der Plattform haben die Blogger eine facettenreiche, persönliche, individuelle, aber trotzdem globale Ebene geschafften, die vielleicht der Schlüssel für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung und nachhaltige Marketingstrategien im 21. Jahrhundert darstellt. Wichtig dabei: es wird nicht nach hippen Städten oder Stadteilen gesucht, die gerade „in“ sind, sondern nach interessanten Menschen, die die Städte erst zu einem urbanen Kreativfest machen. Die Darstellung von urbanem Lifestyle mittels Authentizität bringt den Menschen dabei wieder ein wenig mehr zur Natürlichkeit zurück.

 

(Screenshot: freundevonfreunden.de)

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