Dienstag , Juni 27 2017
Banner
Neuigkeiten
Startseite / MAGAZIN / CPJ Blog – Kubanische Bloggerin Yoani Sánchez geht auf Reisen

CPJ Blog – Kubanische Bloggerin Yoani Sánchez geht auf Reisen

Der Blog des Committee to Protect Journalism (CJP)berichtete kürzlich über den Reiseantritt der kubanischen Bloggerin Yoani Sánchez. Nach etlichen Jahren des Wartens, durfte sie nun nach fast zehn Kuba das erste Mal wieder verlassen.

Auf ihrer Reise peilt die Bloggerin den Besuch in zwölf Länder an – darunter unter anderem die USA, Argentinien, Mexiko, Spanien, Italien, Polen, Tschechien und Deutschland. Dort plant sie Interview zu geben und Vorträge zu halten. In den USA will Sánchez zudem die Zentralen von Facebook, Twitter und Google besuchen. Außerdem wurde sie in das Hauptquartier des CPJ nach New York City eingeladen. Von dort berichtete die amerikanische Journalistin Sara Rafsky über die Arbeit und Ideen der Kubanerin.

Für ihre Rückkehr nach Kuba plant Sánchez ein größeres Projekt. Für das Projekt plant sie einen neuen Look sowie eine breite Aufstellung des Contents – von Sport bis zu kritischen Kommentaren. In welcher medialen Form sie dies umsetzen will, gab sie noch nicht bekannt. Sehr wahrscheinlich wird es sich aber um eine neue Website handeln.

Auf ihrem weltweit bekannten, mehrsprachigen Blog Generation Y hat sie sich bislang mit kritischen Bemerkungen des politischen Systems und Lebens in und auf Kuba beschäftigt. Die kubanische Regierung befand viele der Blogposts allerdings für dissident. Gerade dadurch, dass die Beiträge auf viel Widerstand stießen, verbreiteten sich ihre Inhalte schnell weltweit. Im Jahr 2011 wurde Sánchez sogar von der Zeitschrift „Foreign Policy“ auf die Liste der 100 einflussreichsten Menschen der Welt gesetzt.

Nachdem die kubanische Regierung im Januar die Migrations- und Reisegesetze gelockert hatte, konnte die Journalistin nun endlich ihre langersehnte Reise antreten. In den vergangenen zehn Jahren wurde der Bloggerin 20mal die Ausreise verweigert. So konnte sie natürlich auch nicht die zahlreichen Journalistenpreise und Auszeichnungen entgegen nehmen, die ihr währenddessen verliehen wurden.

Kuba stand 2012 als Neunter auf der CPJ Liste der am meisten zensiertesten Länder. Immer noch versucht die Regierung Dissidenten ruhig zu stellen. Das kommunistische Land steht seit letztem Jahr auch auf der CPJ Liste für inhaftierte Journalisten. Der Journalist Calixto Ramón Martínez Arias sitzt seine Strafe momentan durch einen Hungerstreik ab.

Sánchez zensierter Blog ist für einen großen Teil der Kubaner immer noch nicht verfügbar. In Kuba gibt es nur wenig private Internetanschlüsse. Die öffentlichen Anschlüsse in Cafés oder Hotels werden hingehen streng von der Regierung überwacht. Gerade dadurch war und ist es für Sánchez schwierig Kritik frei zu äußern. Der Launch ihres geplanten Projekts könnte für Kuba einen Meilenstein zum Thema Pressefreiheit bedeuten. Denn Sánchez Intensionen würden den durch die kommunistische Partei geleiteten Nachrichten kritisch gegenüber stehen. Es bleibt abzuwarten, ob sie das Projekt so durchsetzen kann wie sie es möchte.

Auf ihrer Reise wurde und wird Sánchez immer wieder von regierungstreuen kubanischen Protestlern begleitet. Obwohl sie keine gewalttätigen Aktionen erwartet, stellt sich die 37-jährige auf mediale Angriffe ein, sobald sie wieder nach Kuba zurückkehrt. Ihre Stimmung ist jedoch gefasst: „One shouldn’t get accustomed to horror, but I am.“, sagte sie dem CPJ. Sie fügt hinzu, dass die kubanische Regierung noch immer mit Strategien aus dem 20. Jahrhundert arbeitet und nicht begriffen habe, dass sich die Welt seitdem geändert hat. Yoani Sánchez ist langfristig optimistisch gestimmt. Sie erkenne, dass die Kubaner andere Wege finden um sich ihre Informationen aus der Welt zu holen. Eine kubanische Medienblase existiere nämlich schon lange nicht mehr.

 

(Screenshot Generation Y)

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*


*