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Carolin Emcke packt alles, was sie nicht verstanden hat, auf ihren Blog

In Medienkreisen, aber auch in anderen Kreisen kennt man sie – Carolin Emcke. Natürlich hat sie als Journalistin auch eine Website. Und auf dieser Website betreibt sie auch einen Blog. Einen Blog, auf dem sie über alles berichtet, was sie nicht so recht verstanden hat.

Was sie nicht verstanden hat? Natürlich ist das ist nicht so einfach gemeint, sondern bezieht sich auf Ereignisse, die gesellschaftlich irgendwie paradox sind bzw. Nachfragen bedürfen.

Wer ist eigentlich Carolin Emcke?

Vielleicht erst einmal für alle, die Carolin Emcke nicht kennen. Carolin Emcke, geboren 1967, würde sich wohl ursprünglich als Auslandsreporterin bezeichnen. Nach einem Studium der Philosophie, Politik und Geschichte in London, Frankfurt am Main und Harvard, promovierte sie zusätzlich über den Begriff der „Kollektiven Identitäten“. Von 1998 bis 2006 arbeitete sie dann als festangestellte Redakteurin beim „Spiegel“. Zu ihren Hauptaufgaben gehörte dabei die Auslandskorrespondenz in Krisengebieten, darunter Afghanistan, Pakistan, der Kosovo, Irak, Kolumbien und der Libanon. Seit 2007 arbeitet sie als freie Publizistin und internationale Reporterin für „DIE ZEIT“. In diesem Zusammenhang berichtete sie bereits über Israel, Westbank, Pakistan, Ägypten, den Irak und die USA.

Auch als Lehrerin betätigte sich Emcke in diesen Jahren. Zu ihren Lehrtätigkeiten gehörte unter anderem die Arbeit als Visiting Lecturer für Politische Theorie an der Yale Universität. Dort gab sie Seminare zu den Themen: „Theorien der Gewalt“ und „Zeugenschaft von Kriegsverbrechen“. Zwischen 2006 und 2007 wirkte sie zudem als Beraterin der Hamburg Media School für den Studiengang Journalismus. Hauptbeschäftigungspunkte sind und waren immer wieder Vorträge über Internationalen Journalismus, Globalisierung, Menschenrechte, Theorien der Gewalt, Zeugenschaft, Photographie und kulturelle Identitäten.

Neben ihren zahlreichen Reportagen hat sie auch einige Bücher veröffentlicht. Für ihre Arbeit wurde Emcke mehrmals ausgezeichnet. 2010 war sie „Journalistin des Jahres“, 2008 erhielt sie den „Theodor Wolff-Preis“, 2012 bekam sie den „Ulrich Wickert-Preis für Kinderrechte“ verliehen.

Und ihre Blogarbeit?

Auf Carolin Emcke’s Website erscheinen regelmäßig ihre veröffentlichten Reportagen aus der „ZEIT“. Der Blog ist dabei auf ihrer Website integriert. Auf dem Blog erweitert sie ihre Reportagen um tagesaktuelle Themen. Jeder Blogeintrag beginnt mit der Phrase: „Was ich nicht verstanden habe, …“ Nach diesem Intro führt sie das jeweilige Thema weiter aus, indem sie es von mehreren Seiten kritisch beleuchtet. Die Beiträge sind nicht so lang wie ihre Reportagen, thematisieren aber trotzdem gesellschaftsrelevante Fragen.

Im Oktober letzten Jahres äußerte sich Emcke beispielsweise zum Thema „Gay education“. In ihrem Interesse lag die viel diskutierte Frage: „Is it a choice (homosexuell zu sein oder nicht)?“. In diesem Zusammenhang fragte sie sich, warum es so entscheidend sei, dass Homosexualität eigentlich keine Wahl ist, sondern genetisch bedingt sein soll. Warum spiele Natur hierbei die oberste Rolle? Ihrer Meinung nach sollte die Frage vielmehr lauten: „Was wäre denn, wenn es die Wahl gäbe, wenn es gleichermaßen natürlich erschiene, heterosexuell oder homosexuell zu sein, und sich Menschen individuell entschieden dafür, homosexuell zu sein? Warum wäre das eine so bedrohliche Vorstellung?“ Ihr Anstoß läuft auf den Gedanken hinaus, dass der Wert einer Sache nicht dadurch entstehe, dass sie schon immer da war. Eine Handlung ließe sich ja nicht dadurch bestimmen, dass es nicht anders möglich ist, „sondern dadurch, dass es eine Wahl gab, dass es eine Entscheidung gab, etwas zu wollen“. Die individuelle Entscheidung von etwas sei wichtiger, als dass diese Entscheidung bestimmt sei.

Bloggen für den gesellschaftlichen Gedankenanstoß

Dieser Gedankenanstoß ist nur ein Beispiel der kritischen Themen, die Emcke auf ihrem Blog anspricht. Es ist wichtig, dass Journalisten Blogs führen, denn so machen sie immer wieder auf gesellschaftlich relevante Diskussionen und Denkweisen aufmerksam. Carolin Emcke greift diesbezüglich kritische Themen auf. Wer sich also für gesellschaftliche Entwicklungen interessiert, tut gut daran, ihren Blog ab und zu aufzusuchen und ihre Denkanstöße zu reflektieren.

 

(Foto: Journalistin Carolin Emcke (c) Carolin Emcke)

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