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Zur Berliner Fashion Week laufen die Mode-Blogs auf Hochtouren

Fashion. Fashion. Fashion. Die Fashion Szene ruft jährlich zur Zusammenkunft von Designern, Models und Modeinteressierten nach Mailand, Paris, London, New York und Berlin. Zum Bergfest der derzeitigen Berliner Fashion Week, lohnt sich ein Blick in die Bloggerszene.

Von extraordinaire bis konträr

Die einen sind imposant, die anderen schlicht und unscheinbar. Vom Meckern bis zum Lobesgesang – alles ist dabei. Auf den Fashion Blogs wird aktuell gepostet, was das Zeug hält. Es geht um Stoffe, Kringel, Schnörkel, Schnitte, Farben, Schwarz und Weiß, Accessoires und Musikuntermalung. Welche Designer bringen welche neuen Trends hervor? Wer ist der neue Trendsetter beim Publikum? Wer hat den schönsten Lobesgesang verdient? Wer hat sich mit seiner neuen Kollektion verzettelt? Welche Designs sind nächste Saison modern und welche Farben sollten Modebewusste unbedingt vermeiden? …

Die Fashion-Blogs analysieren, meckern, loben und zeigen Gesehenes. Ist diese Art von Bloggerei zu oberflächlich? Für die Mode-Szene garantiert nicht. Designer und Models leben von den Urteilen ihrer Schaffenskraft. Die Blogger bringen die Faux-Pas und Highlights zu Tage. Zudem stellen sie neue Designer vor und entblößen deren Schaffenskraft. Aber interessiert sich unter den Bloggern auch jemand für die sozialen Hintergründe und Gegensätze, die durch den Hype der Mode untergehen?

Berlins zwei Seiten

Selten. Ein Artikel war allerdings doch irgendwie anders. „Dit is Fashion, weeste“ von Ruth Schneeberger auf süddeutsche.de zeigt zwei Seiten von Berlin auf. Die Autorin macht auf die sozialen Gegensätze in der Stadt aufmerksam. Sie schreibt: „Im selben Jahr, in dem die Modemesse im zwölften Jahr ihres Bestehens mit rund 250.000 erwarteten Fachbesuchern den größten Zuwachs verzeichnet, […] im selben Jahr veröffentlicht das größte Sozialgericht Deutschlands in Berlin eine nicht minder interessante Zahl: 44.000 Klagen gingen 2012 dort ein.“ Diese Klagen bezögen sich unter anderem auf die Angstrufe von Sozialhilfeempfängern.

Was sagt das über Berlin aus? Auf der einen Seite der Spree tummelt sich das Modevolk, während auf der anderen Seite Ein-Euro-Stücke für die Obdachlosen-Zeitschrift Motz oder den Straßenfeger verlangt werden. Der berühmte Spruch „Berlin – arm, aber sexy“ des regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit, passt auch nach Jahren noch in die Stadt.

Für die Verschmelzung von Arm und Reich haben ein paar Berliner Jung-Designer ihre Shows in der Nähe des großen Volksparks Hasenheide verlegt. Dort gewähren sie allen Interessierten, die angemeldet sind, freien Eintritt. Hoffentlich ein Trend, der sich in den nächsten Jahren fortentwickeln wird.

 

(Foto: Auch dieses Jahr lockt die Berlin Fashion Week wieder zahlreiche Fashion Victims (c) bagal /pixelio.de)

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